Remarketing im Web – Wie Unternehmen von der digitalen Wiederansprache profitieren

Sehr gute Vertriebsmitarbeiter erhalten das „Ja“ eines neuen Kunden häufig schon im zweiten oder dritten Gespräch. Ihre weniger erfahrenen Kollegen benötigen dafür fünf, manchmal sogar zehn Kontakte. Im E-Commerce hoffen viele auf den Verkauf beim ersten Besuch und sind über niedrige Verkaufszahlen betrübt. Remarketing erlaubt es Ihnen, die bewährte Methode der mehrfachen Ansprache auf den Online-Bereich zu übertragen. Lesen Sie hier, was Sie darüber wissen sollten.

Was genau ist Remarketing?

Remarketing beschreibt eine Methode, mit der Sie eine wertvolle, bereits vorqualifizierte Zielgruppe umwerben. Mit Remarketing können Sie unter anderem diese Zielgruppen ansprechen:

    • Menschen, die Ihre Website schon besucht haben
    • Smartphone-Besitzer, die Ihre App verwendet haben
    • YouTube-Nutzer, die eines Ihrer Videos angesehen haben
    • Interessenten, die Sie in Ihrer CRM-Datenbank bereithalten

So wird Remarketing, das manchmal Retargeting genannt wird, zu einem wertvollen Werkzeug, um Ihre Konversionrate zu erhöhen. Haben Sie eine typische Website, dann verlassen jeden Tag mehr als 95 % der Besucher Ihre Seiten, ohne etwas zu kaufen oder eines Ihrer Informationsangebote zu nutzen. Mittels Remarketing können Sie diese Nutzer erneut ansprechen, lange nachdem diese Ihre Website verlassen haben. Sie können diese Interessenten mit Werbeanzeigen an Ihre Marke erinnern, mit weiteren Informationen versorgen oder mit attraktiven Zusatzangeboten locken.

Was Remarketing so wertvoll macht

Kaufen Sie ein neues Produkt, sobald Sie davon erfahren? Falls ja, tun Sie das wahrscheinlich, weil Sie schon vorher davon gehört oder Empfehlungen erhalten haben. Fehlen diese, gilt es zunächst das Vertrauen und die Vertrautheit mit einer Marke und dem spezifischen Angebot aufzubauen. Genau hier setzt Remarketing an.

Anstatt Ihre Produkte einem beliebigen Internetnutzer anzubieten, über den Sie nichts wissen, umwerben Sie mit einer Remarketing-Kampagne eine Zielgruppe, die mit Ihrem Namen schon vertraut ist. So konzentrieren Sie Ihr Marketing-Budget auf vielversprechende Interessenten und können diese gezielt immer wieder ansprechen, bis eine Konversion erfolgt.

Wie Remarketing funktioniert

Menschen, die Ihre Seite besuchen, Ihre Videos ansehen oder Ihre App benutzen, lassen sich über Cookies, Werbe- oder Nutzer-IDs identifizieren. Das erlaubt es Ihnen, für Ihre Remarketing-Kampagne eine Zielgruppe auszuwählen, die sich spezifische Produktseiten ansehen, sich über anfallende Versandkosten informieren oder Ihr Image-Video bei YouTube ansehen. Auch über E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder Nutzernamen in sozialen Netzwerken lassen sich Nutzer wiedererkennen und mit gezielten Remarketing-Aktionen ansprechen.

Große Online-Kaufhäuser nutzen Remarketing-Kampagnen, um Menschen anzusprechen, die etwas in den Warenkorb legen aber nicht gleich bestellen. Diese Nutzer erhalten auf ihren täglich frequentierten Webseiten Ihre Werbenachrichten eingeblendet. Dabei handelt es sich um positive Kundenrezensionen, einen Mengen- oder Neukundenrabatt. Diese Methode ist effektiv und lässt sich auf viele weitere Anwendungsfälle ausweiten.

So starten Sie mit dem Remarketing

Möchten Sie die Besucher Ihrer Website mit Remarketing ansprechen, besteht der erste Schritt darin, Ihre Website auf das Remarketing vorzubereiten. Loggen Sie sich dazu in Ihrem Google-Ads-Konto ein. Falls Sie noch keines besitzen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, eines anzulegen. Sind Sie eingeloggt, klicken Sie im Bereich der Zielgruppenverwaltung auf „Zielgruppenquellen“. Jetzt wählen Sie auf der Karte Google-Ads-Tag die Aktion „Tag einrichten“ aus. Wählen Sie hier das „Erfassen von Standarddaten“ aus und klicken auf „Erstellen und Fortfahren“.

Jetzt wird Ihnen ein Programmcode angezeigt, der Ihren persönlichen Tag enthält. Dieser Tag kann ab jetzt auf Ihrer Website verwendet werden. Schließen Sie die Einrichtung mit einem Klick auf „Fertig“ ab und bestätigen Sie auf der nächsten Seite noch einmal. Damit der Tag aktiv genutzt werden kann, reichen Sie ihn an Ihren Webmaster weiter. Er wird den Tag auf jeder Seite Ihrer Webpräsenz einrichten. Ab diesem Zeitpunkt füllt sich die Zielgruppe Ihrer Websitebesucher.

Wählen Sie Ihre erste Remarketing-Zielgruppe aus

Um Ihre erste Zielgruppe für das Remarketing einzurichten, wählen Sie zunächst Zielgruppenverwaltung, dann Zielgruppenlisten aus. Klicken Sie nun auf das Pluszeichen, so können sie die neue Gruppe der Webseitenbesucher auswählen. Sie enthält alle Nutzer, die seit dem Einrichten des Tags Ihre Webseite aufgesucht haben.

Verbessern Sie Ihre Konversion, indem Sie mit dem Drop-Down-Menü „Besuchte Seiten“ diese Gruppe weiter einschränken. Schließen Sie z. B. Besucher aus, die Ihr Produkt schon gekauft oder sich schon für Ihren Newsletter angemeldet haben. Jetzt sprechen Sie nur Ihre neuen Interessenten an. Wählen Sie jetzt eine Gültigkeitsdauer aus, geben Sie optional eine Beschreibung ein und schließen Sie diesen Schritt mit einem Klick auf „Zielgruppe erstellen“ ab.

Mögliche Zielgruppen für Ihre Remarketing-Kampagne

Um Ihre Remarketing-Anstrengungen optimal anzupassen, bietet Google zahlreiche Quellen, aus denen Sie Ihre Zielgruppe wählen und weiter spezialisieren können. Dies sind:

    • Besucher Ihrer Website
    • Zuschauer Ihrer YouTube-Videos
    • Menschen, die Ihre App installiert haben
    • Besucher, die spezifische Aktionen ausgeführt haben
    • Kundenabgleich mit E-Mail-Adressen aus Ihrem Kundenbestand
    • Eine Kombination aus zwei oder mehr vorhandenen Nutzerlisten

Darüber hinaus gibt es die Option „Ähnliche Zielgruppen“. Das sind Nutzer mit ähnlichem Verhalten und Interessen zu einer Ihrer bestehenden Listen.

Geschickte Segmentierung Ihrer Zielgruppe

Es mag verlockend erscheinen, mit Ihrer ersten Remarketing-Kampagne alle bisherigen Besucher Ihrer Website anzusprechen – doch damit würden Sie Geld verschwenden. Zumindest einige Ihrer Besucher haben schon Ihre Kontaktinformationen hinterlassen oder Ihr Produkt gekauft – diese noch einmal zu umwerben führt nicht zu weiteren Ergebnissen. Auch Besucher, die Ihre Website eher versehentlich aufgerufen haben und sie ohne eine Interaktion rasch wieder verlassen, signalisieren damit ein geringes Interesse an Ihrem Angebot.

Sehr interessant für Ihre Remarketing-Kampagne sind vor allem diejenigen Besucher, die noch keine Konversion hatten und dennoch etwas Zeit auf Ihrer Website verbracht haben. Bei diesen Menschen besteht Interesse an Ihrem Angebot, sie brauchen nur etwas Erinnerung. Passen Sie diese Punkte gegebenenfalls an Ihr spezifisches Angebot an.

Binden Sie bestehende Kontakte in Ihre Kampagne ein

Eine weitere, wichtige Remarketing-Zielgruppe haben wir bislang noch nicht betrachtet. Ihre Kundendatenbank enthält viele Interessenten, mit denen Sie schon ein oder mehrfach Berührungspunkte hatten. Mittels Remarketing können Sie diese schon bestehenden Kontakte mit Informationen und passenden Angeboten versorgen.

Damit bei diesem Abgleich der Datenschutz gewährt bleibt, werden die zum Vergleich herangezogene E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Mobilgeräte-ID zuvor mit dem SHA-256-Algorithmus gehasht. Das bedeutet, dass niemals die Klardaten, sondern nur eine Repräsentation dieser Daten übermittelt werden. Beachten Sie bitte, dass Sie ausschließlich eigene, selbst gesammelte Kundendaten als Erstanbieter hochladen dürfen. Das Hochladen von hinzugekauften E-Mail-Listen ist nicht zulässig.

YouTube – Beziehen Sie Video in Ihr Remarketing ein

Die Video-Plattform YouTube eignet sich sowohl für die Datensammlung für Ihre Remarketing-Kampagne, wie auch für das Verbreiten Ihrer Anzeigen in Videoform. In jedem Fall starten Sie damit, indem Sie Ihr YouTube-Konto mit Ihrem Google-Ad-Konto verbinden.

Klicken Sie dazu in Ihrem Google-Ads-Konto auf das Werkzeugsymbol. Unter Einrichtung wählen Sie „Verknüpfte Konten“ und „YouTube“ aus. Folgen Sie dann den angebotenen Schritten. Danach wird Ihnen YouTube als neue Quelle für Zielgruppen angeboten. Eine gute Möglichkeit diese Zielgruppe anzureichern besteht darin, ein Video auf Ihrer Website einzubinden. Sieht ein Besucher dieses Video an, dann wissen Sie sicher, dass er an Ihrem Angebot interessiert und für das Remarketing empfänglich ist.

So erstellen Sie Ihre erste Remarketing-Kampagne

Klicken Sie im Seitenmenü Ihres Google-Ads-Kontos auf „Kampagnen“. Mit dem Pluszeichen starten Sie eine neue Kampagne. Legen Sie darin die geplanten Ziele fest und wählen Sie den Kampagnentyp „Displaynetzwerk“ aus. So wird Ihre Remarketing-Anzeige über alle verfügbaren Websites verteilt, die Ihre Zielgruppe ansieht.

Die Parameter Kampagnenname, Standort, Sprache, Gebotsstrategie und Budget folgen den normalen Google-Ads-Regeln. Zur Remarketing-Kampagne wird es, wenn Sie unter Personen Ihre Zielgruppe suchen und auf Remarketing klicken. Mit einem Häkchen in das Kästchen neben einer Zielgruppe fügen Sie diese Ihrer Kampagne hinzu. Haben Sie alle ausgewählt, klicken Sie auf Speichern.

Nutzen Sie Leistungsberichte für Ihren Remarketing-Erfolg

Durch Remarketing sind messbare Erfolge erzielbar. Ausführliche Leistungsberichte erlauben Ihnen das Feintuning Ihrer Kampagnen und klare Messwerte, um den Erfolg Ihrer Maßnahme zu bewerten. Eines Ihrer ersten Ziele wird es wahrscheinlich sein, Ihre Verkaufszahlen zu steigern und die Kosten pro Verkauf zu senken.

Beide Ziele sind mit dem Remarketing gut erreichbar. Behalten Sie daneben weitere, interessante Ziele im Auge. Achten Sie darauf, ob Nutzer mehrfach zurückkehren, sich für einen Newsletter eintragen oder einen Kommentar hinterlassen. Das sind wichtige Erfolge, die Sie darüber hinaus zur noch feineren Unterteilung Ihrer Zielgruppenansprache verwenden können.

5 wichtige Tipps für Ihren Remarketing-Erfolg

1. Rufen Sie in jeder Anzeige deutlich zum Handeln auf. Ihre Leser verwenden nur Sekunden mit Ihrer Anzeige. Geben Sie ihnen also einen guten Grund, sofort aktiv zu werden.

2. Testen Sie den Erfolg Ihre Anzeigen. Kopieren Sie dafür eine Kampagne und ändern Sie nur ein Bild oder Textblock. Wenige Tage später sehen Sie, ob „Jetzt klicken“ oder „Hier klicken“ erfolgreicher ist. Behalten Sie nur die besser laufende Anzeige oder optimieren Sie weiter.

3. Schränken Sie mit Frequency-Capping die Anzahl der gezeigten Anzeigen ein. Etwa 5 Anzeigen pro Tag sind ein guter Startwert. So fühlen sich Ihre Interessenten nicht genervt und Sie sparen Geld.

4. Sprechen Sie auch bestehende Kunden mit Remarketing an. Mit einer solchen Kampagne unterbreiten Sie Up- oder Cross-Selling-Angebote noch lange nach dem Kauf. Hat Ihr Angebot einen Gebrauchszyklus, stimmen Sie Ihre Kampagne auf diesen Rhythmus ab.

5. Betreiben Sie auch weiterhin ungezielte Werbung. Sie ist eine wichtige Quelle für neue Erstbesucher, mit denen Sie Ihre Remarketing-Listen gut gefüllt halten.

Remarketing ist ein wertvolles Werkzeug in Ihrem Marketing-Mix

Remarketing ist ein wertvolles Marketing-Instrument, mit dem Sie bereits bekannte Nutzer gezielt umwerben. Da das Remarketing die mehrfache Kontaktaufnahme mit den gleichen, schon vorqualifizierten Interessenten erlaubt, ist die Konversionsrate spürbar höher als bei herkömmlichen Werbemaßnahmen. Mit den hier erhaltenen Tipps und Informationen sind Sie für Ihre erste Remarketing-Kampagne gut gerüstet. Viel Spaß beim Ausprobieren und Kunden gewinnen!

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